Das Forschungsprojekt
F. M. Trautz (1877-1952) und die deutsch-japanischen Beziehungen vom Kaiserreich bis zur NS-Zeit
- DFG-Nummer: 460185010
- Laufzeit: 2021–2026
- Projektleitung:
- Prof. Dr. Reinhard Zöllner
- Dr. Shiro Yukawa
- Mitarbeiter:
- Albert, Michael: Wissenschaftliche Hilfskraft (WHF), Bachelorstudent der Japanologie, B.A. in Informatik (Universität Bonn) 2021
- Gerichhausen, Daniel: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Doktorand der Japanologie
- Itō, Tomohide: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Postdoc der Japanologie
- Nakashima, Arata: Doktorand der Philosophie, Wissenschaftliche Hilfskraft (WHK), M.A. in Sozialwissenschaften (Hitotsubashi-Universität Tōkyō) 2013
- Rösen, Thomas: Studentische Hilfskraft (SHK), Bachelorstudent der Japanologie
- Schmidt, Benjamin: Wissenschaftliche Hilfskraft (WHF), Masterstudent der Japanologie, B. A. in Japanologie und Geschichte (Ruhr-Universität Bochum) 2021
Das Projekt macht sich zur Aufgabe, Friedrich Max Trautz‘ Anteil an den deutsch-japanischen Beziehungen zu untersuchen, seine Aktivitäten auf den Feldern Wissenschaft und Kulturvermittlung zu rekonstruieren und in ihren wissenschafts- und politikgeschichtlichen Kontexten zu bewerten.
Die erhaltenen Materialien, die die Grundlage des Projekts bilden, zeichnen sich durch ihre mediale Vielfältigkeit aus, da Trautz, untypisch für die an der Philologie orientierte Japanologie seiner Zeit, stark mit visuellen Medien arbeitete. Lange galt sein Nachlass daher als konzeptloses Sammelsurium, doch ermöglicht seine Diversität heute einen neuartigen biografischen Zugang für die mehrdimensionale Rekonstruktion seiner Aktivitäten samt ihren historischen Kontexten.
Vier Aspekte seiner Tätigkeit stehen im Zentrum der Betrachtung:
- sein Wirken als Militäroffizier mit Japanschwerpunkt,
- als Japanwissenschaftler,
- als Leiter von Kulturinstituten und
- als deutscher Japankenner in Japan.
Das Ziel des Projektes ist die Erstellung einer umfassenden Biografie von Trautz, die große Lücken in der bisherigen Historiographie der Japanwissenschaften sowie der deutsch-japanischen kulturellen bzw. kulturpolitischen Beziehungen schließen soll.
Veranstaltungen
- Die historischen Photographien der Trautz-Sammlung im Besitz der Bonner Japanologie. JSPS-Abend. Bonn, 16.09.2011
- Workshop Zur Nutzbarmachung der Trautz-Sammlung als wissenschaftliche Ressource. Universität Bonn, 12.–16.12.2011
- „Die Sammlung Trautz“ - Visuelle Schätze aus dem Nachlass des Japangelehrten Friedrich M. Trautz (1877 bis 1952). Universitätsmuseum Bonn, 07.01.–14.04.2019
Publikationen zum Projekt
- Meyer, Harald und Reinhard Zöllner (Hg.): Die Sammlung Trautz. Visuelle Schätze aus dem Nachlass des Japangelehrten Friedrich M. Trautz (1877-1952). Unter Mitarbeit von Daniel Gerichhausen, Hendrik Groth und Paul Schoppe. Iudicium: München 2019. ISBN 978-3-86205-219-6. 344 S., kt., 148 Abb. ERGA. Reihe zur Geschichte Asiens (Bd. 18).
- Gerichhausen, Daniel (mit Harald Meyer, 2019): Die Weltreise von 1909 / 1910: Auf den Spuren des Russisch-Japanischen Krieges. In: Meyer / Zöllner 2019: S. 123-132.
- Gerichhausen, Daniel (2019): F. M. Trautz‘ Habilitationsschrift und die Tōkaidō-Materialien des Bonner Trautz-Archivs. In: Meyer / Zöllner 2019: S. 197-206.
- Gerichhausen, Daniel (2019): Hilda Trautz‘ „Tagebuch Hokkaidō- und Karafuto-Reise“. In: Meyer / Zöllner 2019: S. 225-234.
- Gerichhausen, Daniel (mit Hendrik Groth, 2019): „Tiefe Heimatliebe und heldische Lebensanschauung“ – Trautz‘ Weltauffassung zwischen Geodeterminismus und Führerhoffnung. In: Meyer / Zöllner 2019: S. 331-338.
- Ito, Tomohide (2019): Wahon als interkulturelles Medium – Eine bunte Bücherwelt im japanischen Stil. In: Meyer / Zöllner 2019: S. 212-222
- Yukawa, Shiro (2019): Das Archiv als „Wissenshabitus“ bei Siebold und Trautz. In: Meyer / Zöllner 2019, S. 181-189.
- Zöllner, Reinhard (2019): „Es ist kalt geworden“: Trautz auf Miyako-jima. In: Meyer / Zöllner 2019, S. 273-284.
- Gerichhausen, Daniel (mit Hendrik Groth, 2019): „Himmel - Meer - Mensch“: Das Japanbild des F. M. Trautz. In: Orientierungen 30, S. 171-191.
- Yukawa, Shiro (2015): Torautsu korekushon kara mita Shīboruto to sono Nihon kenkyū (Siebold and his Study of Japan, through to Lens of the Trautz Collection). In: National Museum of Japanese History (Hg.): Shīboruto ga shōkai shitakatta Nippon – Ōbei ni okeru Nihon kanren korekushon wo tsukatta Nihon kenkyū Nihon tenji wo susumeru tame ni (Proceedings of the International Symposium “Siebold’s vision of Japan ― as represented in Japan-related collections in the West), S. 133-146, 315-326.
- Gerichhausen, Daniel; Tomohide Ito; Shiro Yukawa; Reinhard Zöllner (2025): „Ein Badener in Bonn: Friedrich Max Trautz und die Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität.“ In: Harald Meyer, Ullrich Vollmer (Hg.): Fachgeschichten. Historische Köpfe und Vorgängerinstitutionen des Bonner Instituts für Orient- und Asienwissenschaften. In: Orientierungen, Themenband 25, S. 115–128.
- Yukawa, Shiro (2015): Furīdorihhi Makkusu Torautsu (1877-1952) to iu „Nichidoku no kakehashi“ (Brücke zwischen Japan und Deutschland namens Friedrich Max Trautz). In: National Museum of Japanese History (Hrsg.): Doitsu to nihon wo musubu mono (Was Deutschland und Japan verbindet), S. 136f.
- Yukawa, Shiro (2019): Friedrich Max Trautz‘ Hinterlassenschaft – Über den Verlauf der Aufteilung seines Erbes und die aufbewahrenden Einrichtungen. In: Meyer / Zöllner 2019: S. 99-111.
- Yukawa, Shiro (2019): F. M. Trautz und der Kōya-san. In: Meyer / Zöllner 2019, S. 169-176.
- Zöllner, Reinhard (2011): „Die Trautz-Sammlung in der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn“. In: Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen; Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften (Hg.): Ferne Gefährten. 150 Jahre deutsch-japanische Beziehungen. Mannheim: Schnell und Steiner, S. 188–190.
- Zöllner, Reinhard (2015): Epirōgu. Miyakojima kara mita Nichidoku kankei-shi (Epilogue. A History of German and Japanese Relations through Miyako Island). In: National Museum of Japanese History (Hrsg.): Doitsu to nihon wo musubu mono (Was Deutschland und Japan verbindet). S. 187-191.